Mittwoch, 4. September 2013

Nordic Walking - Erfahrungen

Krankheitsbedingt kann ich leider mein normales Sportprogramm (Joggen, Schwimmen und Jillian Michaels Workout DVD´s) nicht umsetzen :-(

Da das für die nächsten Wochen ggf. Monate so ist musste ich mir etwas Neues suchen was ich in der Zeit ausüben kann.


Deshalb habe ich eine Sportart getestet, die ich früher immer belächelt habe...
Beim Joggen hat sie mich sogar extrem gestört! 

Es geht um Nordic Walking!

Auf schmalen Wegen musste ich zum Teil durch Gebübsch hüpfen um an Nordic Walking Gruppen vorbei zu kommen, da es wohl zuviel verlangt war etwas Platz zu machen... Nicht bei allen, aber ich habe mich doch über einige aufregen können.

Da diese Sportart sehr viel gelenkschonender und zudem gut für die Haltung, den Rücken etc. ist dachte ich mir ich teste es einmal aus. Immerhin besser als nicht joggen, nicht walken und einfach nichts machen ;-)

Beim Schwimmen war ich immer ein Brustschwimmer, das ist auch nicht besonders rückenfreundlich, hier hilft nur Rückenschwimmen oder Kraulen allerdings war das Schwimmbad bei uns auch früh morgens nie so leer, dass man das so einfach hätte umsetzen können. Was würde ich für einen privat Pool tun ;-)

Zurück zum Nordic Walking...
Eigentlich sollte man als Anfänger einen Einsteigerkurs machen um den Bewegungsablauf richtig zu lernen. Bei uns konnte ich aber keinen aktuelle Kurs finden und da ich voller Tatendrang war machte ich mich im Internet schlau. Hier gibt es gute Videos bei Youtube um sich den Bewegungsablauf anzuschauen.

Was muss man beachten/ was ist wichtig?

Schuhe sind beim Nordic Walking genauso wichtig wie beim Joggen, man hat die Wahl zwischen normalen Laufschuhen oder Trekkingschuhen. Hier sollte man sich in einem Geschäft beraten lassen (am besten mit Laufbandanalyse).

Ich nehme meine normalen Trail Laufschuhe. Das Nordic Walking mache ich auch dort am liebsten wo ich sonst laufe - bei uns im Wald. Die Strecken gehen teilweise steil bergauf und bergab.


 Asics Gel Torana

Die Stöcke sind ebenso wichtig. Hier sollten keine normalen Wander- oder Skistöcke zweckentfremdet werden!!!
Falls man vor hat diese Sportart auch wirklich dauerhaft umzusetzen, dann sollte gleich in gescheite Stöcke investiert werden. Billige Qualität macht sich bei der Ausführung bemerkbar und bremst den Spass an der Sportart.

Ich habe mich informiert und in einem Geschäft beraten lassen und habe mir folgende Stöcke gekauft:


Diese Stöcke haben einen 60% Carbonanteil d.h. sie sind sehr leicht. Dadurch werden die Gelenke weniger belastet. Die Stöcke haben zudem schnell abnehmbare Handschlaufen. Durch Druck auf den obigen roten Knopf kann man die Handschlaufe rausziehen und auch wieder reinschieben (z.B. wenn man sich fix die Nase putzen muss aber die Schlaufen nicht komplett abnehmen mag).

 Stöcke mit Leki Silent Spike Pads

Bei den Stöcken waren leider nur normale Gummipuffer für den Asphalt dabei. Im Geschäft wurde mir gesagt, dass diese für den Anfang reichen und man auf Gelände einfach die Gummipuffer abmacht. Genau das habe ich gemacht. Auf Asphalt sind die Gummipuffer super. Auf dem Gelände (Schotter/Waldboden etc.) rutschen die Stöcke ab und man kann die Bewegung nicht richtig ausführen. Als ich die Gummipuffer abgenommen habe war die Bewegung besser aber die Lautstärke der Stöcke auf dem Boden extrem laut und unangenehm!

Ich bin nun nochmal in den Laden gegangen und habe mir die Leki Silent Spike Pads gekauft (siehe Bild). Diese waren für so ein paar Gummipuffer mit ca. 20 EUR schon recht teuer. Den Kauf bereue ich aber nicht, ich lasse diese nun komplett drauf. Sie sind sehr leise und man rutscht nicht. Falls man allerdings nur Asphalt walken sollte, dann würde ich die normalen Gummipuffer nehmen, da sie besser dafür geeignet sind.

Fazit:
Diese Sportart wird definitiv zu unrecht belächelt. Es sieht vielleicht auf den ersten Blick komisch aus, wenn Leute mit ihren Stöcken durch die Gegend laufen, wenn die Ausführung der Bewegung jedoch richtig ausgeführt wird, dann werden hier Muskeln und Ausdauer trainiert ohne die Gelenke zu belasten. 
Nordic Walking sieht zwar leicht aus, wenn man es jedoch macht, wird man feststellen, dass man eine Menge an Geschicklichkeit braucht um die Bewegung richtig auszuführen.

Für mich ist Nordic Walking eine gute Sportart, die ich momentan ausführen kann ohne Schmerzen zu haben. Wenn ich irgendwann wieder Joggen kann, dann möchte ich trotzdem das Walken beibehalten und in mein Training einbauen.

Bis jetzt war ich zudem ein Frühling bis Herbst Läufer, da ich mich bei Eis und Schnee nicht traue (bin ein Tollpatsch und würde mir definitv alle Knochen brechen beim Ausrutschen) :-)
Nordic Walking würde ich aber auch im Winter testen, da ich denke, dass hier die Gefahr des Ausrutschens nicht ganz so groß ist.

Seit dem Kauf der Stöcke war ich nun schon ca. 10x für 7km Walken und mir macht es Spass :-)

Das Joggen vermisse ich jedoch trotzdem, weil es was komplett anderes ist.

Kommentare:

  1. Das "Problem" mit den Walkern kenne ich nur allzu gut. Die meisten sind noch dazu so stark parfümiert dass ich beim vorbeilaufen oft nach Luft schnappen muss....
    Aber das Walken an sich ist wirklich super! Als ich wegen meiner Laufverletzungen sehr stark eingestränkt war, bin ich neben dem Ergometer immer walken gewesen. Zwar ohne Stöcke, aber schnelles Gehen kann auch schon richtig anstrengend werden.
    Ich wünsch dir gute Besserung...hoffentlich kannst du bald wieder deine Laufschuhe schnüren! LG

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  2. Ich verstehe auch nicht warum sich manche Leute für den Sport einparfümieren...
    Gestern als ich walken war ist eine ältere Frau an mir vorbei gejoggt und hat eine Parfümfahne hinter sich hergezogen, da wär ich fast umgekippt...
    Gerade bei Verletzungen oder Krankheit etc. ist Walken eine gute Alternative :)
    Ein Ergometer habe ich auch daheim,sehr praktisch auch im Winter.
    Vielen Dank :) Ich hoffe auch bald wieder durchstarten zu können!
    LG

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